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Wissenswertes über die standesamtliche Trauung

Ob ihr kirchlich heiraten wollt oder eine freie Trauzeremonie für euch die richtige Wahl ist, könnt ihr selbst entscheiden. An der standesamtlichen Trauung kommt ihr jedoch in Deutschland nicht vorbei. Nur wer in Deutschland durch einen Standesbeamten getraut wurde, gilt als rechtmäßig verheiratet.

Wissenswertes über die standesamtliche Trauung
Leider hat man auf den Ablauf der standesamtlichen Trauung wenig Einfluß. In kleineren Städten oder ländlicheren Regionen, lassen die Standesbeamten manchmal mit sich reden. Es lohnt sich auf jeden Fall, nachzufragen, ob der Standesbeamte oder die Standesbeamtin bereit wären, den Ablauf etwas persönlicher zu gestalten. Hier gilt wie überall : wenn man freundlich nachfragt, trifft man vielleicht auch auf offene Ohren.

Wissenswertes über die standesamtliche Trauung
Was den Trauungsort einer standesamtlichen Trauung angeht, sind die Standesämter bereits ein bißchen offener geworden. Man hat selbstverständlich immer die Möglichkeit, sich auf dem Standesamt direkt, was sehr oft auch ein schönes Rathaus ist, trauen zu lassen oder wählt eine Außenstelle des Standesamt. Außenstellen sind vom Standesamt zertifizierte Räume, in denen getraut werden darf. In der Regel berechnen die Standesämter eine höhere Gebühr für Trauungen außerhalb des Standesamtes.
Diese liegt je nach Standesamt meist so um die € 200,00.
Zusätzlich können jedoch auch noch kleinere Raummieten des Betreibers der Außenstelle anfallen.

Was die Örtlichkeiten der Außenstelle betrifft, hängt vom jeweiligen Standesamt ab. Eine Auflistung bekommt ihr in der Regel beim Standesamt oder, bei Standesämtern in größeren Städten, könnt ihr diese Auflistung auch bereits online einsehen.

Wissenswertes über die standesamtliche Trauung
Viele Brautpaare erzählen mir immer wieder, dass sie sich gerne im Freien trauen lassen möchten. Bei einer freien Trauzeremonie ist dies überhaupt kein Problem. Was die standesamtlichen Trauungen angeht, wird eine „Outside Trauung“ jedoch schwieriger. Es gibt ein altes Gesetz, auf das sich die Standesämter beziehen, dass aussagt, eine standesamtliche Trauung muss in einem Raum mit vier Ecken stattfinden. Wie viele Gesetze in unserem Land finde ich persönlich, diese Regelung vollkommen überholt. Mittlerweile gibt es auch einige Standesämter die ebenso denken und die Regelung etwas aufweichen, d.h. eine standesamtliche Trauung unter einem Pavillionzelt ist eigentlich möglich, da es ja quasi ein Raum mit „vier Ecken“ ist. Auch eine Art ummauerte ( fest oder mobil ) Freifläche ist machbar. Fragt doch einfach mal nach auf eurem Standesamt, ob die Beamten phantasievoll genug sind, sich eine Trauung mit euch im Freien vorstellen zu können.

Um das Aufgebot für die standesamtliche Trauung bestellen zu können, braucht ihr einiges an Papierkram.

Seid ihr beide bisher unverheiratet, kinderlos und verfügt über die deutsche Staatsbürgerschaft, benötigt ihr lediglich euren Personalausweis oder Reisepass, eine Meldebestätigung des Wohnortes, an dem ihr gemeldet seid und eine beglaubigte Urkunde aus dem Geburtsregister. Unterlagen, die euch fehlen, bekommt ihr beim zuständigen Einwohnermeldeamt.

Anders sieht es schon aus, wenn einer der beiden zukünftigen Ehepartner bereits schon einmal verheiratet war. Ihr benötigt dann zusätzlich zu den o.g. Unterlagen eine beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister. Aus dieser Abschrift muss hervorgehen, dass die vorherige Ehe bereits geschieden wurde.

Habt ihr bereits gemeinsame Kinder, die in Deutschland geboren wurden ? Dann braucht ihr auch Geburtsurkunden der Kinder, die nicht älter sind als ein halbes Jahr.

Paare, die nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit verfügen oder Paare, bei denen eine Person kein deutscher Staatsbürger ist, sollten einen Termin beim Standesamt machen, um zu erfragen, welche zusätzlichen Unterlagen noch benötigt werden. Meist gibt das Standesamt keine Auskünfte darüber am Telefon oder per Email. Hier ist ein persönliches Vorsprechen sehr wichtig.

Das Aufgebot für eure Hochzeit könnt ihr maximal 6 Monate vor dem Termin bestellen. In kleineren Örtlichkeiten ist es oft möglich, einen Termin zu reservieren. In größeren Städten jedoch, gerade wenn man einen bestimmten Wunschtermin hat, bleibt einem oft nichts anders übrig, als sich mit einem Klappstühlchen und Kaffee bewaffnet, 6 Monate vor dem Wunschtermin, direkt bei Öffnungszeit vor das Amt zu setzen.

Lasst euch von all diesem bürokratischen Unsinn aber nicht von eurem Vorhaben abbringen. Die standesamtliche Trauung ist nur ein kleiner Teil eures eigentlich großen Tages, den ihr ja dann auch so gestalten könnt, wie ihr wollt.

Im Übrigen könnt ihr, sollte einer von euch den Nachnamen ändern, direkt beim Bestellen des Aufgebotes, auch einen neuen Personalausweis beantragen. Diesen bekommt ihr dann am Tag der Trauung ausgehändigt. Falls ihr auch einen neuen Reisepass benötigt, kann dieser 7 Wochen vor der Trauung ebenfalls auf dem Standesamt beantragt werden. Ihr spart euch im Nachgang die Rennerei auf die Ämter.

Kleiner Tipp : Der Führerschein muss aufgrund der Namensänderung nicht geändert werden, da ihr denn Nachweis über die Namensänderung mit dem Personalausweis erbringen könnt.

Teresa und Mirko - die etwas andere Hochzeit
Die Kosten für eine standesamtliche Trauung halten sich im Vergleich zu manch anderen Kosten einer Hochzeit relativ niedrig. Je nach Gemeinde variieren die Kosten leicht. In der Regel kann man jedoch sagen, dass die Bestellung des Aufgebotes bei ca. € 60,00 liegt. Mit der Eheschließung erhaltet ihr auch ein Familienstammbuch. Eine Auswahl an verschiedenen Designs halten die Standesämter für euch bereit.
Hier liegen die Kosten bei ca. € 12,00 – € 35,00.
Sollte euch keines der Stammbücher gefallen, gibt es mittlerweile auch zahlreiche Anbieter, die wirklich schöne Familienstammbücher erstellen.

Wissenswertes über die standesamtliche TrauungIch hoffe, meine Erklärungen zum Ablauf einer standesamtlichen Trauung waren hilfreich für euch und freue mich über Kommentare und Anekdoten eurer Geschichten zum Thema „Bestellung des Aufgebotes“ oder „Wie kriege ich den Standesbeamten dazu, dass zu tun, was wir eigentlich wollen“.

Fotos : OctaviaplusKlaus

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